[Schreberrebellen-Newsletter Mai 2021, Thema 4]
Hamm, Dulsberg, Langenhorn, ...? Das Kleingartensterben geht weiter. Höchste Vorsicht vor "Sanierungskündigungen"!
Die so genannten "Sanierungskündigungen" gehen weiter. Sanierungskündigung, was ist das? Da wird den Leuten versprochen, ihr kriegt alles neu, wir machen die Wege neu, ihr kriegt eine Abkippstation. Und dann wird ihnen vielleicht noch Angst gemacht: Wacht ihr, wenn eure alte Hauptwasserleitung platzt? Dafür habt ihr gar keine Rücklagen!
Und dann wird die Sanierungskündigung ausgesprochen und dann geht der Verein kaputt. Wir haben das in mehreren Vereinen mitbekommen und teilweise auch am eigenen Leib erfahren. Diese Erfahrungen möchten wir mit allen teilen, denen noch nicht klar ist, um was es dabei eigentlich geht und welche Folgen das hat.
Leute, auch eine Sanierungskündigung ist eine Kündigung! Mit einem Schlag seid ihr keine Kleingärtner mehr. Ihr seid auf euren Flächen dann nur noch geduldet. Wenn es dann heißt, deine Hütte muss weg, dann kommt sie weg. Du hast dann nichts zu melden. Protest hilft nichts, du hast kein Bundeskleingartengesetz mehr, auf das du dich berufen kannst. Deine Nachbarn schauen weg, denn auch sie sind nur geduldet und haben Angst, dass man ihre Köpfe abschlagen könnte, wenn sie sie zu weit herausstrecken.
Die Folge ist: Jeder ist für sich allein, alle ducken sich weg, man wird vereinzelt. Das ist das genaue Gegenteil von einem Verein.
Man schaue sich an, was im Verein 128 Rückersweg in Hamm passiert ist. Der Verein liegt in Hamm, unmittelbar am Aschbergbad. Am ehemaligen Aschbergbad muss man sagen, denn das Aschbergbad ist weg. Innerhalb kürzester Zeit wurde alles abgerissen. Für Wohnungsbau. Der angrenzende Gartenverein wurde gleich mitgekündigt. aber nicht nur die eine Koppel, die angrenzt,nein, gleich alle sieben Koppeln wurden gekündigt. "Sanierung"... Nachverdichtung, ick hör dir trapsen!
Bei der Geschichte hatte der "Große Vorsitzende" noch den Vogel abgeschossen. Die Kleingärtner sollten nämlich wählen dürfen, ob sie gekündigt werden wollten oder nicht. Es erfolgt eine Abstimmung die gründlich in die Hose ging. Es kam keine Mehrheit zustande. Gekündigt wurde aber trotzdem. Oder genauer: Die Kündigung war bereits ausgeprochen worden. So werden die kleinen Leute geleimt. Und wer jetzt hinfährt, kann sich davon überzeugen, welches Trauerspiel dort aufgeführt wird.
Auch der Verein 421 Eilbek-Hohenfelde in Dulsberg soll eine Kündgung erhalten haben. Mitglieder waren an uns herangetreten, um ihre Gärten zu retten. Aber es war schwierig. Angeblich geht der LGH gegen die Kündigung vor. Das wäre wohl das erste Mal. Gehen müsste es, weil es noch gar keinen Bebaungsplan gibt und daher auch die Voraussetzungen für eine Kündigung nicht vorliegen dürften.
Die Gartenvereine Diekmoor I und II in Langenhorn sind noch nicht gekündigt. Aber es sollen dort 700 Wohungen gebaut werden. Außerdem will der Bezirksamtsleiter Werner-Boelz (Grüne) das naturnahe Diekmoor weghaben und für noch mehr Versiegelung in Langenhorn sorgen. Mehr dazu im nächsten Abschnitt dieses Newsletters.