Jahresrückblick 2019 - Teil 8

< Zurück zu Teil 7

Und was war "sonst noch"? Zum Beispiel die Versammlung der Stadtteile

Am 26.10. fand die erste Versammlung der Stadtteile in Altona statt. Wir Schreberrebellen waren mit dabei, haben uns mit anderen Initiativen vernetzt sowie uns an den Worshops und Plenumsdiskussionen beteiligt. Die Versammlung der Stadtteile ist ein neues Netzwerk, das allen Bürgern und Initiativen in allen Stadtteilen eine Stimme geben will. Die erste Veranstaltung hat uns riesig gefallen. Wir sind nicht nur gespannt darauf, wie dieses Netzwerk sich weiter entwickelt, sondern werden uns im Rahmen unserer Möglichkeiten auch aktiv zu dessen weiterem Wachsen und Gedeihen beitragen.

Das Dauerthema "Bestandsschutz"

Wie bereits in den vergangenen Jahren, so erhielten wir auch 2019 die meisten Anfragen zum Thema Bestandsschutz. Immer wieder werden Gartenfreunde völlig grundlos und zu Unrecht dazu aufgefordert, irgendwelche Rückbauten von Gebäuden vorzunehmen, die sie Jahrzehnte zuvor mit ihrem Garten übernommen haben, oder auf eigene Kosten Bäume zu fällen, bei denen es sich genauso verhält. Leute, lasst euch nicht über den Tisch ziehen! Macht euch schlau, bevor ihr irgendetwas unterschreibt! Zum Beispiel auf unserer internetseite oder - noch besser - bei einem unserer Treffen. Und schaut in euren Pachtvertrag, bevor ihr Geld in die Hand nehmt und Arbeiten vornehmt, zu denen ihr gar nicht verpflichtet seid. Und wenn mal jemand tatsächlich nicht im Recht ist und die Rückbauforderung gerechtfertgt ist, dann sagen wir das ebenfalls ganz unumwunden. Infos zum Thema Bestandsschutz haben wir hier zusammengetragen.

Ausblick auf das Jahr 2020

Für das kommende Jahr würden wir uns freuen, wenn vor allem noch mehr Vorstände Kontakt zu uns aufnähmen. Die Vorstandsarbeit ist mit sehr viel Arbeit und Verantwortung verbunden. Gerade hier ist es wichtig, durch den gemeinsamen Austausch mit anderen Menschen, die auf genau diesem Gebiet jahrzehntelange Erfahrungen haben, zu fundierten Einsichten und damit zu Handlungssicherheit zu gelangen. Genau diese Möglichkeit bietet unsere starke Gemeinschaft. Unsere Mitglieder verfügen über Informationen und über Hintergrundwissen, das in dieser Form und Komprimierung nirgendwo anders zu finden ist. Also meldet euch gern bei uns! Es kostet nichts und tut auch bestimmt nicht weh, aber ihr erspart euch dadurch im Zweifelsfall eine Menge unnötiger Kosten, Zeit und Ärger. Und nebenbei lermt man noch richtig nette Leute kennen.

Wir werden sehen, welchen Vereinen in 2020 die Kündigung ins Vereinshaus flattern wird. In der Regel erfahren die Vorstände das ja erst aus dem Geschäftsbericht ihres Verbands oder durch Zufall aus der Zeitung. Wir drücken der Volksinitiative von Mehr Demokratie die Daumen, für die wir auch fleißig Unterschriften sammeln. Im Februar wird man erfahren, ob die erforderlichen 10.000 Unterschriften zusammengekommen sind.

Ebenfalls im Februar findet die Bürgerschaftswahl statt. Man kann zumindest hoffen, dass die rigorose Naturvernichtung der derzeitigen Regierung dann ein Ende finden wird. Leider hat es Tradition, dass an der Spitze der Kleingärtner gerade die Leute stehen, die besonders aktiv am Ausverkauf unserer öffentlichen Grünflächen mitwirken. Wie schön wäre es, wenn dort irgendwann einmal ein parteipolitisch neutraler Kleingärtner stünde.

Hierzu ein Zitat aus den "Ethikrichtlinien für Kleingartenfunktionäre":

"§ 3        Vermeidung von Interessengegensätzen

(1)    Interessengegensätze bzw. die Inkaufnahme derselben -in Bezug auf die Tätigkeiten der Funktionsträger des Kleingartenwesens- sind streng zu vermeiden. Dabei ist zu beachten, daß das Bestehen oder Nichtbestehen eines Interessengegensatzes nicht notwendigerweise von einer Einschätzung der moralischen Integrität der handelnden Personen abhängt. Zu beachten ist hier des Weiteren, daß zu den Interessen des Kleingartenwesens die Zielsetzungen gehören, die sich aus § 2 BKleingG ergeben, und auch die Abwehr aller Bestrebungen zur Reduzierung der Anzahl der Kleingartenanlagen und/oder der Kleingartenflächen, seien diese Bestrebungen nun politischer oder bauplanungsrechtlicher Art und/oder durch die Interessen von Bauspekulanten oder Grundstücksspekulanten motiviert. Ganz besondere Bedeutung haben daher die Regelungen des § 4.

(2)    Funktionsträger im Kleingartenwesen dürfen keine Verträge mit sich selbst abschließen, insoweit sie dabei einerseits als Funktionsträger des Kleingartenwesens auftreten und andererseits in anderer Funktion (bspw. als Geschäftsführer einer GmbH)."

(Quelle: Zeitschrift  "Liebesgrüße vom Gartenzwerg - Pankower Blätter zum Kleingartenwesen und Kleingartenrecht")

Dies spricht hoffentlich für sich selbst.

Auch im kommenden Jahr werden wir uns mit aller Kraft für den Erhalt des Kleingartenwesens und unserer Stadtnatur sowie für gerechte, demokratische Verhältnisse einsetzen. Eine umfassende Information der KleingärtnerInnen und aller BürgerInnen ist die Voraussetzung dafür, dass sich jede/r einzelne eine fundierte Meinung bilden kann.

Da es gerade im Kleingartenwesen in allen Bereichen an Transparenz mangelt, werden wir uns auch im kommenden Jahr bemühen, das Wissen, das wir uns angeeignet haben, stetig an andere weiterzugeben, ob über den Newsletter, unsere Internetseite oder aber direkt an unsere Mitglieder, übrigens gerne auch an neue! Alle - ob sie ein spezifisches Anliegen haben oder sich allgemein für den Erhalt unserer Grünflächen einsetzen möchten - sind jederzeit herzlich willkommen, Kontakt mit uns aufzunehmen.

Für unsere Gärten und die Natur vor der Haustür: Die Schrebellion geht auch in 2020 weiter.


Kommentare.
Seiten:
1
H. R.
+23

Diese Richtlinien müssten bundesweit eingeführt werden. Vor allem aber in Hamburg! Daß jetzt im Gartenfreund schon Werbung für die Kandidatur von Parteigenossen gemacht wird, die ich auch noch mit finanziere, sagt doch schon alles. Ich halte das für ein Unding.

Veröffentlicht am 29.12.2019 12:58:57
Ernst
+20

Das ist in der Tat frech, aber keineswegs neu. Die Funktionärsposten werden ja auch seit Jahrzehnten vorher festgelegt. Die Versammlung muss dann nur noch abnicken. Was sie ja bisher auch immer gemacht hat. Demokratie ist für die meisten Gartenfreunde leider immer noch Neuland.
Es gibt auch Vorstandsleute, die gewerblich von ihrer Position profitieren.
Vorschlag: Warum bringen die Schreberrebellen die Ethik-Richtlinien nicht als Pressemeldung?

Veröffentlicht am 02.01.2020 16:03:51
Schmidt 2
+18

An Ernst: da Leider die meisten Medien (dazu gehört auch der NDR) sehr SENATSFREUNDLICH berichten, können noch so viele Pressemitteilungen herausgegeben werden, Vereine die kritisch berichten haben keine Schanz, die werden nicht veröffentlich oder zum Teile
anders wieder gegeben. (wie war es mit der Demokratie)

Veröffentlicht am 03.01.2020 17:23:53
Der andere
+15

Heute, beim Besuch meines Gartens war ich bast erstaunt, überall Plakate von Herrn Sielmann SPD !
Werbeveranstaltung für mehr Kleingärten in Hamburg. Immer mehr Kleingärten werden bebaut,
immer mehr Sanierungskündigungen, immer mehr Nachverdichtung im Bestand! Was natürlich heißt, kleiner werdende Flächen, aber eine steigende Parzellenzahl. Damit in denWahlkampf zu ziehen
ist schon geschmacklos . Wie ist der Slogan der SPD..... Gerechtigkeit ..... 😡👎

Veröffentlicht am 15.01.2020 09:07:26
ich
+15

ich habe den anderen Ausblick auf 2020. Gestern in der Bildzeitung gelesen, für einen Kleingärtner ist das Unwort des Jahres NACHVERDICHTUNG !
Kleiner werdende Parzellen ,so um die 200 Quadratmeter
dafür aber steigende Stückzahlen. So kann man auch
den 10.000 Vertrag erfüllen.

Hamburg verliert auf der gesamten Fläche immer
mehr an Substanz.

Und dann noch die Dreistigkeit, dass die Fläche der Streuobstwiese ANTEILIG auf die Größe der einzelnen
Parzellen angerechnet werden.
Danke Dachverband.

Und womit fing alles an ? Mit der sogenannten
Mustersatzung .....was ist eigentlich Vereinsautonomie ?

Veröffentlicht am 19.01.2020 14:42:24
Diesen Artikel kommentieren
Maximale Anzahl Zeichen für Ihren Kommentar: 800

 Neuladen, wenn Sie das Captcha nicht lesen können

Schreiben Sie den Text des Bildes ab.(bitte ausfüllen)

Machen Sie andere auf diese Seite aufmerksam!    Twitter  G+