Jahresrückblick 2019 - Teil 5

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Oktober: Diskussion um eine Modernisierung und Nachbesserung des Bundeskleingartengesetzes

Seit 1983 besteht es nun. Es bietet uns Schutz, aber ganz offensichtlich nicht genug, wie haufenweise Kündigungen zeigen. Es fordert die Bewirtschaftung, aber Gemüseanbau wird stark betont, ökologisches Gärtnern dagegen vollkommen ignoriert. Und manche Dinge werden einfach gar nicht geregelt, was zu Auswüchsen wie den sprichwörtlich gewordenen "Hamburger Verhältnissen" geführt hat. Die Rede ist vom Bundeskleingartengesetz (BKleingG) aus dem Jahre 1983.

Um mögliche sinnvolle Änderungen des BKleingG zu eruieren, lud der VDGN im Oktober in die Räume der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Auch eine Delegation der Schreberrebellen war vor Ort und unterbreitete ihre Vorschläge für eine Modernisierung des Bundeskleingartengesetzes.

Unsere dort vorgetragenen Vorschläge und Forderungen in Kurzform:

1. Ökologisches Gärtnern dem Gemüseanbau gleichstellen.

2. Für hygienische Verhältnisse sorgen, die dem 21. Jahrhundert angemessen sind.

3. Die Fläche der Kleingarten erhalten. Keine Gartenvernichtung durch "Nachverdichtung im Bestand", wie sie in Hamburg von Politik und Kleingartenfunktionären seit vielen Jahren verfolgt und von der Mehrzahl der Kleingärtner leider immer noch klaglos hingenommen wird.

4. Ein verbesserter Kündigungsschutz: Gerade die "Sanierungskündigungen" in Hamburg zeigen, wie die Kündigungsgründe gemäß BKleingG als Vorwand dazu benutzt werden, die Gesamtfläche der Kleingärten immer weiter zu verringern. Hier brauchen wir Kleingärtner dringend einen besseren Schutz gegen wirtschaftliche Interessen, deren Fürsprecher in Hamburg derzeit leider zentrale Schlüsselpositionen bekleiden.

Lesen Sie weiter in Teil 6: Welche Gärten und Naturflächen in Hamburg aktuell bedroht sind.


Kommentare.
Seiten:
1
Ernst
+7

Mit den Forderungen stimme ich prinzipiell überein. Wundere mich, dass ihr gar nicht auf der Klimawelle reitet. Ökologische Gärten den Gemüsegärten gleichzustellen, ist längst überfällig. Ebenso ein verbesserter Kündigungsschutz, ohne den Nachverdichtung ja gar nicht möglich wäre, in dem Maß wie sie jetzt stattfindet.

Veröffentlicht am 02.01.2020 15:57:05
Murti
+7

Durch die sogenannte Nachverdichtung im Bestand werden fast alle Bäume gefällt. Den Tannen geht es leider schon seit Jahren an den Kragen. Obwohl die 365 Tage im Jahr für gute Luft sorgen. Alte Luftaufnahmen belegen den guten
Baumbestand bis ca. im Jahr 2000 und jetzt immer
kleiner werdende Parzellen, da wäre die Krone eines Baumes bald größer als die Parzelle.
...und das im Klimawandel 😡😭

Veröffentlicht am 04.01.2020 15:00:33
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