Jahresrückblick 2019 - Teil 4

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Mai: Teilnahme der Schreberrebellen an der Verbandstagung der Kleingärtner-Stadtverbände

Kleiner Zeitsprung zurück: Im Mai fuhr eine Delegation der Schreberrebellen nach Düsseldorf, um dort am Kongress der Kleingärtner-Stadtverbände teilzunehmen und über aktuelle Kleingarten-Fragen zu beraten. Bestimmte Schwierigkeiten wie demographischer Wandel, eine geringere Bereitschaft zum Ehrenamt, Probleme mit Pächtern, die ihren Garten nicht bewirtschaften usw. sind bundesweit anzutreffen, wie sich auf solchen Treffen immer wieder zeigt. Es zeigt sich aber im Umgang mit anderen Regionen auch die Besonderheit der "Hamburger Verhältnisse" sehr deutlich.

Dieses geflügelte Wort wird auf solchen Veranstaltungen tatsächlich benutzt. Etliche Stadtverbände haben Schwierigkeiten mit ihrer Stadt, weil diese nach den Flächen schielt und sie gerne bebauen will. Da gibt es zähe Verhandlungen und die Stadtverbandsfunktionäre setzen sich mit aller Kraft dafür ein, Kündigungen zu verhindern und den Erhalt ihrer Anlagen zu sichern. Wenn wir das doch nur von Hamburg sagen könnten, wo scheinbar keiner einzigen Kündigung seitens der Stadt je widersprochen wird! Der Baudruck ist auch in NRW groß, aber dort gibt es zum Glück für die dortigen Kleingärtner eine Trennung zwischen Verpächter und Dachverband. Diese Trennung nicht vorzunehmen, so die Teilnehmer, sei der größte Fehler, der dazu führe, dass die Interessen der Kleingärtner immer unter die Räder kämen. Peter Vossen, Vorsitzender des Stadtverbands Düsseldorf der Gartenfreunde e.V.: "Der größte Feind der Kleingärtner sind die Kleingartenfunktionäre."

Auch sind die Stadtverbände in NRW nicht in der Hand von Politikern, die zudem auch noch Mitglied einer mit der Bauwirtschaft eng verbandelten Regierungspartei sind. Man habe angesichts des Baudrucks schon zu kämpfen, heißt es aus NRW, "aber von Hamburger Verhältnissen sind wir zum Glück noch weit entfernt." Dass Hamburg, was das Kleingartenwesen angeht, überregional als eine Art "Gruselkabinett" gesehen wird, sollte den Hamburger Kleingärtnern, insbesondere den Vereinsvorständen, zu denken geben.

Das Wesentliche ist gesagt. Auf der anderen Seite ist es jedesmal interessant und erholsam, auf einem solchen überregionalen Verbandstreffen Beispiele für eine gelingende und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Verbänden und Vereinen zu sehen. Das macht Hoffnung, dass es das bei uns auch irgendwann geben kann. Dazu wären allerdings einige grundlegende strukturelle sowie personelle Veränderungen nötig.

Weiter geht's mit Teil 5: Scheberrebellen in Berlin - Diskussion über dringend nötige Reformen des Bundeskleingartengesetzes


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