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Neue Satzung und neuer Pachtvertrag?

Die Muster-Satzung 2016 des LGH ist bekanntermaßen nur ein unverbindlicher Vorschlag, der so von keinem Verein übernommen werden muss, da jeder Verein das grundgesetzlich (!) verbriefte Recht hat, sich eine eigene Satzung zu geben. Das Grundrecht auf Vereinigungsfreiheit garantiert dies eindeutig. Die Gemeinnützigkeit ist dadurch in keinem Fall bedroht. Das Bundeskleingartengesetz, das sollte man natürlich schon beachten, aber das dürfte nun wirklich für keinen Verein ein echtes Problem darstellen.

Die Vehemenz, mit der versucht wird, uns die Mustersatzung aufzuschwatzen, sollte einen stutzig machen, worum es dabei wohl eigentlich geht. Dass in den letzten Jahren so viele Parzellen gekündigt wurden wie noch nie und dass unter dem Deckmantel der "Nachverdichtung im Bestand" derzeit immense Kleingartenflächen vernichtet - Pardon: "umgestaltet" und "neu geordnet" - werden, könnte möglicherweise damit zu tun haben...

Neuesten Meldungen zufolge wollen einige Vorstände ihren Mitgliedern aber nicht nur die fragwürdige Satzungsänderung, sondern dazu auch noch neue Pachtverträge unterjubeln, frei nach dem Motto: "Wir haben eine neue Satzung, jetzt musst du auch einen neuen Vertrag unterschreiben."

Viele vertrauensselige, gutherzige Leute werden das sicher tun. Wie auch so manches Schaf brav zur Schlachtbank trottet... Tatsache ist: Es besteht kein Anlass, den bisherigen Vertrag zu ändern. Wer dennoch etwas unterschreibt, muss auch die möglichen Konsequenzen tragen.

Generell gilt: Bevor man irgendetwas unterschreibt oder sich mit etwas einverstanden erklärt, das man nicht richtig versteht, sollte man sich erst einmal schlau machen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sorglos einige hierbei sind. Denn wenn ich etwas unterschreibe, dann verpflichte ich mich auch dazu, mich daran zu halten.

Wenn ich etwas unterschreiben soll, dann folgt das der Absicht, dass ich meine Zustimmung zu einer bestimmten Sache beurkunde. Deshalb Vorsicht bei lockeren Sprüchen wie: "Das ist eine reine Formsache, das müssen jetzt alle unterschreiben. Was stellst du dich so an?" Wer so etwas zu hören bekommt, bei dem sollten kräftig die Alarmglocken schellen!

Diejenigen von uns, von denen gerade verlangt wird, dass sie auf eigene Kosten Rückbauten an ihren Lauben vornehmen müssen, die sie dereinst so übernommen haben, können ein Liedchen davon singen, was eine kleine Unterschrift ausmachen kann. Genauso wie diejenigen, von denen auf einmal verlangt wird, auf eigene Kosten Bäume fällen zu lassen, die sie dereinst arglos mit der Parzelle übernommen haben. 

Werdet stutzig, wenn eine Unterschrift von euch verlangt wird und ihr merkt, dass euer Gegenüber es offenbar vermeidet, sich schriftlich festzulegen, sondern stattdessen immer wieder versucht, euch im persönlichen "Gespräch übern Gartenzaun" weichzuklopfen.

Wenn euch irgendetwas komisch vorkommt, dann fragt schriftlich nach, was denn passiert, wenn ihr die Sache nicht unterschreibt und wartet die schriftliche (!) Antwort ab.

Wenn die nicht erfolgt oder nur Allgemeinplätze enthält oder darin nur schwammig von irgendwelchen "Nachteilen" oder "Schwierigkeiten" gefaselt wird, dann ist es ziemlich sicher, dass keine Notwendigkeit besteht, irgendetwas zu unterschreiben.

Also: Wenn wir nur immer schön vertrauensselig sind, nie kritisch nachhaken (weil das wohl irgendwie unhöflich ist) und uns immer schön auf beschwichtigende mündliche Aussagen verlassen, anstatt auf schriftliche Fakten zu bestehen, dann ist das Kleingartenglück so "sicher" wie die Renten. Ehrenwort!

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Kommentare.
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Gartenzwerg

Danke danke daß das mal gesagt wurde!! Leider machen Manche Vorstände jeden Mist was ihnen der Landesbund oder Behoerden sagen. Wir sollten große Lauben rueckbauen. Waren in den 70ern 80ern alle mit Genehmigung(!) gebaut. Der Vorstand wusste es. Wir sollten trotzdem Rueckbau unterschreiben. Wer es gemacht hat schön blöd! Die es unterschrieben haben es mußten es dann machen. Die nicht unterschrieben haben mußten nicht! Man sollte und muß nicht jeden Mist unterschreiben!!

Veröffentlicht am 19.03.2017 13:27:38
h.p.

ach ja thema lauben rückbau. war bei uns im verein auch mal thema. das man nicht gleich alles unterschreibt... sollte eigentlich jeden klar sein. vor allen dingen wenn man bestandschutz hat...

Veröffentlicht am 20.03.2017 18:41:15
Siggi

Bei uns wird ohne Ende abgerissen. Bestandsschutz interressiert hier keinen, wird einfach behauptet den gibt es nicht. Obwohl jeder weiss dass es nicht stimmt. Die machen es einfach. Was können wir dagegen tun.

Veröffentlicht am 07.04.2017 15:19:07
H. Witte

Wer sind denn "die"? Meinst du euren Vorstand?

Veröffentlicht am 22.04.2017 22:19:52
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