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Hat der LGH schon wieder zu viel kassiert?

Immer, wenn man denkt, es geht nicht mehr ... kommen von irgendwo noch ein paar hunderttausend Scheinchen her!

Erst im November vergangenen Jahres hatte das Amtsgericht Wandsbek festgestellt, dass sich der Hamburger Kleingärtnerdachverband "Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg e.V. " (LGH) in den Jahren 2002 bis 2011 an 624.000 Euro Mitgliedsbeiträgen zu Unrecht bereichert hatte. (Es ging um die so genannten öffentlich-rechtlichen Lasten, das sind Kosten, die die Stadtreinigung teilweise dort berechnet, wo Vereinsflächen an öffentliche Straßen und Wege grenzen.)

Nun kommt möglicherweise der nächste Hammer:

Hat der LGH auch danach, in den Jahren 2012 bis 2020, zu viel Geld von seinen Mitgliedern genommen? Eine Abrechnung haben diese ja nie bekommen.

Aus einer Senatsanfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Stephan Jersch (Linke) gehen nun endlich die Summen hervor, die die Stadtreinigung dem LGH in Rechnung gestellt hat. Dies sind:

  • 2020: 105.397,32 Euro
  • 2019: 104.454,22 Euro
  • 2018: 93.093,52 Euro
  • 2017: 102.460,44 Euro
  • 2016: 94.509,00 Euro
  • 2015: 85.955,39 Euro
  • 2014: 87.038,04 Euro
  • 2013: 86.600,64 Euro
  • 2012: 110.185,92 Euro

Es ergibt sich eine Summe von 869.694,97 Euro.

Diesen Betrag hat die Stadtreinigung also vom LGH kassiert.

Und was hat der LGH von seinen Mitgliedern kassiert?

Wir rechnen nach:

Die Pauschalen: 2012 hatten die Vereine zunächst 2,90 Euro pro Parzelle an den LGH zu überweisen. Dieser Betrag wurde 2013 auf 3,70 Euro erhöht. 2018 kam dann die nächste Erhöhung auf 4,00 Euro.

Die Anzahl der Parzellen: Sie lag am 31.12.2010 bei 34.799, am 31.12.2015 bei 34.734 und am 1. Januar 2020 bei 34.504. Es ist ein leichter Abwärtstrend zu verzeichnen. Der Wert aus dem Jahr 2015 dürfte in etwa den Mittelwert darstellen, weswegen wir ihn zugrunde legen.

Um herauszukriegen, was die Mitglider an den LGH gezahlt haben, ist nur die folgende einfache Rechnung nötig:

Höhe der Pauschale  x   Anzahl der Parzellen  =  Höhe der Mitgliederzahlung an den LGH

Daraus ergibt sich:

  • 2020: 4,00 Euro x 34.734 = 138.936,00 Euro

Huch! Das sind ja allein in 2020 schon 33.000 Euro mehr als der LGH an die Stadtreinigung zahlen musste (s.o.).

Rechnet man dies für die Jahre 2012-2020 aus, dann ergibt sich ein Differenzbetrag von etwa 290.000,00 Euro!

So viel Geld könnte der LGH mehr von seinen Mitgliedern erhalten haben als er für die Bezahlung der öffentlich-rechtlichen Lasten brauchte.

Es ergeben sich Fragen:

  • Hat sich der LGH erneut ungerechtfertigt bereichert?
  • Wenn ja: Sind mögliche Rückforderungen jetzt wieder verjährt?
  • Wenn ja: Wird der LGH auch dieses Geld wieder behalten und es nicht an die geprellten Mitglieder zurückzahlen?
  • Wenn ja: Haben die Revisoren / der Kontrollausschuss Alarm geschlagen?
  • Wenn nein: Warum nicht?
  • Lassen sich die Kleingärtner alles gefallen?

Wir hoffen sehr, dass hier nur ein "Irrtum" vorliegt und alles seinen richtigen Gang geht. Aber das haben die Kleingärtner bei den 624.000 Euro, um die ihr Verband sie geprellt hat, auch gedacht. Sie wurden schnell eines Besseren belehrt. Das Urteil des Amtgsgerichts Wandsbek spricht Bände.

In Hamburg wundert einen indes leider gar nichts mehr. Darauf hinweisen, das muss man aber. Denn an dieser wie an vielen anderen Stellen zeigt sich, wie das Kleingartenwesen in Hamburg systematisch vor die Wand gefahren wird. Kündigungen, Kahlschlag, Nachverdichtung und Besch***, wohin man schaut. Und das, wärhend an der Spitze des Hamburger Verbandes Dirk Sielmann, der Vorsitzende des Bundesverbands deutscher Gartenfreunde sitzt.

Für das Kleingartenwesen sieht es verdammt düster aus.

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Kommentare.
Seiten:
1
Von neben an
+5

Ja, ja die Katze läßt das MAUSERN nicht.
Was war da noch einmal mit dem Winterdom🤫🧐🤬

Veröffentlicht am 14.05.2021 11:00:25
ohne Jura Studium, aber mit Geist
+13

Wenn Unrecht zu Recht wird, dann hat die
Rechtswissenschaft versagt !!!
Verjährt ? Da müsste man auch schon mal über
betrügerische Absichten nachdenken.

Veröffentlicht am 17.05.2021 09:52:09
wenn die Geister rufen
+10

Vielleicht ist der Herr Sielmann ja so vergesslich wie sein
Parteigenosse Herr Scholz.
Der eine hat die Warburg-Bank und der andere die
öffentlich-rechtliche Lasten.
Manche fallen immer nach oben.

Veröffentlicht am 17.05.2021 14:44:08
Grüne Fee
+4

Wann findet denn die nächste Delegiertenversammlung der Hamburger Kleingärtnervereine statt? Dort sollte sich der Landesbund und dessen Revisoren Fragen stellen lassen.

Veröffentlicht am 19.05.2021 09:54:16
Mucke
+7

Grüne Fee: ... da sitzen doch sowieso fast nur
„JASAGER“
Wie konnte es überhaupt soweit kommen. Na!
Gehe doch mal in die Bezirksversammlungen,
für eine Frikadelle und ein Würsten sagen die doch zu allem J A !

Veröffentlicht am 23.05.2021 17:34:44
Ernst
0

Die nächste LGH-Versammlung ist für den 25.10.2021 geplant.

Veröffentlicht am 31.07.2021 19:55:30
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