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Erhalt von Kleingärten: Vergleich Rostock - Hamburg

So stellen wir uns die Reaktion eines Kleingärtner-Dachverbands vor, dessen Mitgliedsvereine von einem "beabsichtigten Bauboom" betroffen sind und von ihren Flächen vertrieben werden! Ein vergleichbares Eintreten für den Wert und die Erhaltung von Gärten vermisst man in Hamburg leider.

Aufruf des Verbands der Gartenfreunde der Hansestadt Rostock e.V. für den Erhalt von Kleingärten

Die Rostocker zeigen, wie es auch in Hamburg laufen könnte - sollte - müsste! In Rostock versucht man den Schrebern nämlich nicht weiszumachen, dass die Dezimierung der Kleingärten halb so schlimm sei. Dort wird die dauerhafte Vernichtung öffentlicher Grünflächen nicht als "Anknabbern" verharmlost.

In Rostock beteiligt man sich auch nicht selbst aktiv an der Dezimierung, indem man die Zerstörung der Gärten durch "Nachverdichtung" vorantreibt, Bäume aus den Gärten verbannt und eine konsequente Abrisspolitik durchführt.

Nachverdichtung, Abriss, Bebauung - Traurige Realität in vielen Hamburger Schrebergärten

Dort erwartet man von den Kleingärtnern nicht, dass sie sich von Objekten zu Subjekten machen lassen. Dort sieht man nicht wort- und tatenlos dabei zu, wie den Kleingärten das Grab geschaufelt wird. Und man erwartet erst recht nicht von ihnen, dass sie auch noch selbst an dieser Grube mitschaufeln; beispielsweise, indem sie auf eigene Kosten ihre Hütten zurückbauen oder sich die systematische Dezimierung ihrer Flächen in die eigene Satzung und Gartenordnung schreiben.

"Rostocker müsste man sein", wird sich nicht nur so so mancher der Hunderten von Hamburger Schrebern wünschen, die in diesen Tagen ihre Parzellen verlieren, sondern auch diejenigen, deren Vereine derzeit durch dauernde Abrisse, Nachverdichtungen und Kontrollschikanen anscheinend ausgeblutet werden sollen.

Es ist ein Trauerspiel, das in Rostock undenkbar wäre. Denn dort haben die Kleingärtner - und die Kleingärten - eine Lobby.

Hier ein Auszug aus der Stellungnahme des Rostocker Kleingärtnerverbandes:

"Städtischer Angriff auf unsere Kleingärten!!!

In den letzten Tagen erreichten uns zahlreiche Meldungen über Bauplanungen.

Wenn diese sich bestätigen sollten, stellt das einen massiven Angriff auf das Kleingartenwesen in der Hansestadt Rostock dar. (...)

Wir sind mit (...) mehr als 15.000 Parzellen und weit über 40.000 aktiven Rostocker Gartenfreunden ein wesentlicher Teil der Rostocker Stadtgesellschaft und umso mehr irritiert und enttäuscht uns sowohl die Informations- und Kommunikationspolitik aus dem Rathaus aber auch die Absicht, Tausende Kleingärten der Bebauung zu opfern. (...)

Wie wollen wir in den nächsten Jahrzehnten leben und welche Prioritäten setzen wir? Wer ist „die Stadt“?

Wer profitiert auf Kosten der Allgemeinheit von diesem beabsichtigten Bauboom?"

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