Aktuelle Meldungen

Kleingartenvernichtung nach Hamburger Modell - bald auch in Jena?

Was kann man aus den Hamburger Verhältnissen lernen? Mit Sicherheit, dass das Hamburger Modell so ziemlich das schlimmste ist, was den Kleingärtnern passieren kann! Nun will die Stadt Jena dieses Konstrukt importieren, mit dem in Hamburg seit Jahren öffentliche Naturflächen systematisch den Bürgern weggenommen und zu privatem Bauland gemacht werden.

Die Ostthüringische Zeitung berichtet aktuell über die Diskussion um Bauvorhaben in Jena: "Um die Zusammenarbeit in Zukunft harmonischer zu gestalten, wirbt der Kleingartenbeirat für das „Hamburger Modell“. In der Hansestadt wurde zwischen der Kommune und den Kleingärten eine ausführliche Vereinbarung getroffen, die das Prozedere im Falle der Aufgabe von Gärten verbindlich regelt bis hin zu finanziellen Fragen."

Denn, so der Verband: "Besser als den Gärtnern das Land irgendwie wegzunehmen sei es, den Kleingärtnern die Abgabe schmackhaft zu machen."

Den ganzen Artikel der OTZ finden Sie hier.

"Harmonischer" also und "schmackhaft"? Wir sind "begeistert"! Wir Hamburger kennen uns mit den Jenaer Verhältnissen nicht aus. Aber wir fragen: Wer sitzt in diesem "Kleingartenbeirat"? Kleingärtner oder Politik- und Wirtschaftsfunktionäre? Wessen Interessen werden vertreten? Welche Verbindungen gibt es? Ist der "freiwiliige" Ausverkauf der Kleingärten wirklich die bessere Alternative?

Das Bundeskleingartengesetz bietet Schutz für die Kleingärtner. So leicht kann man ihnen das Land nicht "wegnehmen". Dennoch gibt es Möglichkeiten. Dann aber muss die Gemeinde geeignetes Ersatzland zur Verfügung stellen. Darum kommt sie nicht herum! Gegen freiwillige Zusagen der Gemeinde für erhöhte Herrichtungsstandards von Kleingartenanlagen ist natürlich erst einmal nichts einzuwenden. Doch beim Begriff "Hamburger Modell" schrillen bei uns die Alarmglocken. Denn hier steht das Modell für den Missbrauch von Worten, Satzungen und Gesetzen. All die "Vergünstigungen" dienten und dienen hier dazu, das wesentlich größere Übel durchzusetzen.

Wie das Modell funktioniert, haben wir hier beschrieben.

Wir warnen alle Jenaer Kleingärtner und Bürger: Vorsicht vor dem so genannten "Hamburger Modell"! Die Verträge zwischen Stadt und Kleingärtnerbund haben von Anbeginn an immer nur einzig und allein den Bau- und Profitinteressen von Baulöwen und Spekukanten gedient! Die Zustimmung der Kleingärtner wird durch Almosen erkauft. Dabei werden sie gegeneinander ausgespielt. Die Fläche der Kleingärten wird immer kleiner. Das hiesige Kleingartenwesen wird mit dem Hamburger Modell systematisch zugrunde gerichtet! Seid auf der Hut und lasst euch nicht mit falschen Versprechungen über den Tisch ziehen!

<< Zurück zur vorherigen Seite


Kommentare.
Seiten:
1
Bernd vom Landesband
+2

Wieder ein sehr guter Kommentar ! Herr Sielmann würdet etwas dafür geben wenn er so gut schreiben könnte. Tolle Leistung ! Weiter so

Veröffentlicht am 25.11.2018 10:57:08
Diesen Artikel kommentieren
Maximale Anzahl Zeichen für Ihren Kommentar: 600

 Neuladen, wenn Sie das Captcha nicht lesen können

Schreiben Sie den Text des Bildes ab.(bitte ausfüllen)

Machen Sie andere auf diese Seite aufmerksam!    Twitter  G+