Aktuelle Meldungen

Altona: Kleingärtner "über den Deckel gezogen"

"Kleingartenkahlschlag für neue Schule", so titelte die MOPO am 9. Mai 2019. Grund: 60 Parzellen des Vereins Heimgartenbund Altona sollen für einen Schulneubau verschwinden. Dieser soll bereits 2024 fertig sein, obwohl es laut dem betroffenen Verein eine Abmachung mit der Stadt gibt, dass mit dem "Umzug" der Gärten erst begonnen werden darf, wenn der dortige Abschnitt des A7-Deckels fertig ist.

Nach den Plänen, die auf einer Infoveranstaltung im Krankenhaus Altona im März des Jahres vorgestellt wurden, soll diese mit den Kleingärtnern getroffene Vereinbarung wohl plötzlich nicht mehr gelten.

Die Schreberrebellen meinen: Wenn man in einem eh schon dicht besiedelten Stadtteil wie Altona über Jahre tausende zusätzliche Wohnungen baut, ist es dann verwunderlich, dass man für die neuen Bewohner auch Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten braucht? Anscheinend doch, denn offenbar hat die Stadt damit nicht gerechnet, als sie den Kleingärtnern 2017 vertraglich zusicherte, dass diese erst 2026 oder später "umziehen" müssen. Und zwar erst dann, wenn die neuen Flächen auf dem Autobahndeckel bezugsfertig sind.

Veranstaltung am 19. März 2019 im Krankenhaus Altona

Auf der Veranstaltung am 19. März 2019 im Krankenhaus Altona

Auch wir Schreberrebellen haben die Infoveranstaltung im März besucht und uns natürlich auch kritisch zu Wort gemeldet. Anderthalb Stunden ging es um eine geplante Erweiterung des Krankenhauses. Erst ganz zum Schluss wurde den Teilnehmern eine Folie gezeigt, auf der die heutigen Kleingärten von komischen grauen Kästen verdeckt waren. Quasi im Nebensatz erfuhr man, dass hier zwei (nicht eine, wie es im MOPO-Artikel heißt) Schulen gebaut werden sollen. Die ganze Veranstaltung diente wohl in Wahrheit nur dazu, diese Katze möglichst unauffällig aus dem Sack zu lassen.

Schulen auf Kleingärten

Ganz unauffällig wurde ca. auf der vorletzten Folie über die geplante Planierung der Gärten informiert. (Anm.: Es geht um die beiden Flächen im roten Kreis. Den Kreis haben wir Schreberrebellen hinzugefügt.)

Jeder Stadtplaner weiß, dass Menschen auch Infrastruktur brauchen, u.a. auch Schulen. Die Schulen in Altona (und nicht nur dort) platzen schon lange aus allen Nähten. Jeder genehmigte Wohnungnseubau zieht einen entsprechenden Bedarf an weiteren Flächen nach sich - die in HH schlicht nicht vorhanden sind.

Ob das Konzept einer ewig wachsenden Stadt überhaupt sinnvoll ist, kann so oder so diskutiert werden. Was aber in jedem Fall zutrifft, ist, dass man versucht, die Altonaer Kleingärtner über den Tisch zu ziehen. Dass neue Schulen benötigt werden, war auch 2017 schon seit Jahren klar. Der erneute Versuch, Grünflächenvernichtung als "unvermeidlichen Sachzwang" darzustellen, die ganz plötzlich und unerwartet über die Stadt hereingebrochen ist, ist eine Frechheit, die den Planern kein Bürger mehr abkauft.

Wir rufen alle Hamburger KleingärtnerInnen zur Solidarität mit dem Heimgartenbund Altona auf. "Heute ihr und morgen wir" - das sollten wir uns klarmachen. Wir sitzen alle in einem Boot. Was wir heute bei Verein A zulassen, wird morgen bei Verein B, C, D, ... ebenso passieren. Deswegen ist es wichtig, dass die Altonaer nicht alleingelassen werden, sondern dass wir alle ganz genau hinschauen, was dort passiert. Wer sorgt dafür, dass Verträge eingehalten werden? Wer stellt sich schützend vor die Betroffenen? Wer schweigt das Thema tot? Und wer versucht vielleicht, die Sache zu beschönigen und zu deckeln?

<< Zurück zur vorherigen Seite


Kommentare.
Seiten:
1
Schnäuzer
+1

Typisch LGH ! Aber was soll man auch anderes erwarten, es darf nicht sein, das der LGH nur in der Hand der SPD ist. In 2 Wochen sind Bürgerschaftswahlen! Wahltag ist Zahltag, ich hoffe es denken alle daran.

Veröffentlicht am 11.05.2019 17:20:28
Hedi und Gerd
+3

Lasst euch nicht unterkriegen in Altona. Wir verfolgen die ganze Angelegenheit und wären auch bei einer Demo oder ähnlichem dabei. Grüsse und Solidarität aus Eimsbüttel!

Veröffentlicht am 20.05.2019 19:57:25
Schneuzchen
+2

Zu den Wahlen in Hamburg: Danke, an alle Hamburger Kleingärtner und deren Freunde, die, die Hamburger SPD abgewählt haben. Weiter so.

Veröffentlicht am 27.05.2019 19:43:18
Mirco und Maren
0

Wie können uns dem Schneuzchen nur anschließen. Unser Garten soll geräumt werden😢😡

Veröffentlicht am 28.05.2019 11:08:18
Georg
+1

Leider haben wir das den Grünen genau so zu verdanken. Die machen in Hamburg doch alles platt, was irgendwie Natur ist. Haben wir in Lokstedt 1:1 miterleben müssen. Vielleicht kapieren das einige bis zur Bürgerschaftswahl im Februar !!

Veröffentlicht am 30.05.2019 00:15:39
Manni
+3

Ja, das sieht man an Oberbillwerder! Und laut Herrn Sielmann soll die Ausspähaktion auch von den Grünen kommen. Es kann sowieso kein Mensch verstehen, das bei immer kleiner werdenden Parzellen überhaupt noch Komposttoiletten benutzt werden dürfen. Ob Rot oder Grün, es sind beides die Feinde der Kleingärtner🤮🤑🤑 und in 9 Monaten wird gewählt. Es muß was geschehen. Hamburg hat genug Bürger, die Stadt ist voll.

Veröffentlicht am 30.05.2019 13:44:42
Diesen Artikel kommentieren
Maximale Anzahl Zeichen für Ihren Kommentar: 800

 Neuladen, wenn Sie das Captcha nicht lesen können

Schreiben Sie den Text des Bildes ab.(bitte ausfüllen)

Machen Sie andere auf diese Seite aufmerksam!    Twitter  G+