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Kleingärtner warnen Kleingärtner: Beiersdorf will bauen

In der zum Beiersdorf-Deal herausgegebenen Pressemeldung der Stadt wird ausgesagt, die Verkäufe der Flächen dreier Kleingartenvereine seien lediglich als langfristige "Erweiterungsreserve" gedacht. (Wir haben darüber berichtet.) Das klingt fast so, als wäre noch für Jahrzehnte Ruhe angesagt. Jüngsten Medienberichten zufolge stellt sich die Lage allerdings etwas anders dar. Möglicherweise schon 2021 könnten dort keine Kleingärten mehr stehen, sondern Neubauten!

Jetzt unterstützn sich die Eimsbütteler Kleingärtner gegenseitig. Die Eimsbütteler Initiative "Stoppt den Grünfraß" warnt die betroffenen Kleingärtner der Vereine Wildwux, Eimsbüttel und Stubbenkamp in einem öffentlichen Schreiben davor, dass diese ihre Gärten doch schneller als gedacht verlieren könnten.

Die Grünfraß-Initiative, die sich im Umkreis des Kleingartenvereins Mühlenkoppel gebildet hat, weiß, wovon sie spricht: Dort sollen Kleingärten, Teile des Eimsbütteler Stadtparks und bezahlbare Mietwohnungen einem Neubauprojekt weichen. Es gab ein von der Politik/Verwaltung fast schon heimtückisch wieder einkassiertes Bürgerbegehren und im Nobember 2016 eine "Retter-Fete", bei der auch die Schreberrebellen zugegen waren.

Die Schreberrebellen meinen: Was im dicht besiedelten Eimsbüttel passiert, steht in einer Linie mit dem, was seit Jahren in ganz Hamburg passiert: Öffentliche Grünflächen werden den Bürgern weggenommen, ohne dass sie ein echtes Mitspracherecht haben. Einwendungen werden de facto ignoriert, Bürgerbegehren einfach "gekippt". Welcher Bürger kann es sich schon leisten, dagegen zu klagen? Die Flächen werden an private Investoren verkauft. Der Senat verscherbelt das Hamburger Tafelsilber - das Grün, das unsere Stadt bisher so lebenswert gemacht hat. Dies passiert still und leise, Stück für Stück, in allen Bezirken unserer Stadt. Dabei geht es nicht nur um Kleingärten, aber auf diese hat man es besonders abgesehen, weil die Flächen der Stadt gehören. Welcher Wert dabei verloren geht und welche Wechselwirkungen sich aus diesem immer dichter werdenden Mosaik des Grünfraßes ergeben, darüber wird offiziell kein Wort verloren. Nicht nur, dass Grünflächen einfach schön sind und zu einem guten Leben beitragen; in Zeiten von Klimawandel und Grenzwertüberschreitungen von Luftschadstoffen muss den Verantwortlichen doch klar sein, dass sie zur Daseinsvorsorge gehören. Hier ein Stück, dort ein Stück - damit muss Schluss sein. Wir brauchen einen sofortigen Stopp des sinnlosen Bauwahns, an dem sich einige wenige eine goldene Nase verdienen. Wir brauchen stattdessen bessere Luft und vor allem ein Stadtentwicklungskonzept, damit nicht ausschließlich wirtschaftliche, sondern auch soziale und ökologische Interessen bedient werden. Die Stadt, das sind schließlich auch wir!

Hier das Schreiben, mit dem sich die Initiative "Stoppt den Grünfraß" per Aushang an die Eimsbütteler Gartenfreunde wendet:

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