Kleingarten und Abwasser: Zustände wie im 19. Jahrhundert

Städte wie Bremen, Düsseldorf und Essen haben sie längst gelöst, die Abwasserfrage. Dort versteht man, dass auch Gärtner mal aufs Klo müssen und sich hinterher auch gern die Hände waschen wollen.

In Hamburg meint man, dass die Möglichkeit, seine Notdurft zu verrichten, etwas ist, das man nur im eigenen Haus oder in seiner Mietwohnung verrichten darf. Deshalb sollen die Hamburger Kleingärtner am besten zu Hause schieten oder wenn es im Garten sein muss, dann sollen sie sich auf eine Komposttoilette setzen und ihre Fäkalien anschließend auf den Kompost geben.

Denn der Dachverband besteht darauf, dass anfallende Fäkalien "auf der Parzelle entsorgt" werden. Lecker, besonders wenn die Betroffenen Medikamente einnehmen. Betablocker-Tomaten und Anti-Baby-Gurken sollen ja bekanntlich besonders gut schmecken.

Angeblich würde aber die Möglichkeit, menschenwürdig aufs Klo zu gehen, dazu führen, dass plötzlich tausende Leute in ihren Kleingarten einziehen wollen. Gehört eine grundlegende sanitäre Einrichtung tatsächlich zur gehobenen Ausstattung eines Wohnhauses?

In anderen Städten hat man die Kleingärten einfach ans Abwassernetz angeschlossen - ohne dass die Kleingärtner in ihre Lauben eingezogen sind. Dort, wo dies gelöst ist, gibt es auch keine unangemeldeten Sickergruben mehr!

Fakt ist:

  • In Hamburg wird die Abwasserproblematik künstlich erzeugt und damit Druck auf die Schreber ausgeübt. Ein Aufenthaltsort ohne sanitäre Einrichtung verliert gewaltig an Wert.
  • Das Verbot führt dazu, dass es doch Leute machen - dann aber heimlich. Durch das Verbot "von oben" kommt es erst zur illegalen Abwasserentsorgung!
  • In Hamburg wird das Grundrecht auf Hygiene kriminalisiert, um die Schreber mit Schmutz zu bewerfen und gegeneinander aufzuhetzen.
  • Schuld daran, dass es immer wieder illegale Einleitungen gibt, ist das Verbot und dass absichtlich keine gangbare Lösung angeboten wird. So hat man immer ein weiteres Argument zur Hand, um die Kleingärtner zu spalten und um sie sich gegenseitig verdächtig zu machen.

Wie es anders geht...

...ist in einem sehr lesenswerten Artikel im VDGN-Journal "Das Grundstück" beschrieben.

 

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